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171 Einsätze leistete die Feuerwehr Werdenberg Süd im Jahr 2021. Kommandant Marcel Senn zieht nach dem ersten Betriebsjahr seit der Zusammenführung der Feuerwehren Buchs, Sevelen und Wartau eine positive Bilanz. Trotz Coronabedingten Herausforderungen und administrativen Mehraufwänden ist der Zusammenschluss geglückt.

Wenn’s brennt kommt die Feuerwehr. So war es früher und so ist es heute. Seit der Zusammenführung der drei Feuerwehren Buchs, Sevelen und Wartau zur Feuerwehr Werdenberg
Süd ist die Rettungsorganisation noch besser aufgestellt. Einerseits was die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte betrifft, andererseits was den Einsatz der Rettungsgeräte angeht. Feuerwehr-kommandant Marcel Senn macht ein Beispiel: «Während früher der Hubretter von unseren Nachbarfeuerwehren in Sevelen und Wartau separat angefordert werden musste, ist er jetzt Bestandteil in der Alarmstufe 1. Wir können unsere Rettungsgeräte besser nutzen. Dies kommt jenen Personen zugute, die in einer Notsituation auf Hilfe angewiesen sind.»

Personalpool entschärft Pandemie-Situation

Aufgrund der Coronapandemie war im vergangenen Jahr die Verfügbarkeit von Feuerwehr-angehörigen ständig ein Thema. «Via App war das Kommando permanent informiert, wieviele Feuerwehrangehörige einsatzbereit sind. Dank der Grösse unserer Feuerwehr hatten wir glücklicherweise nie Engpässe. Auch aus dieser Perspektive war die Zusammenführung der drei Feuerwehren der richtige Entscheid», blickt Marcel Senn zurück. Bedeutend grösser als erwartet war der administrative Aufwand im ersten Betriebsjahr. Es galt die verschiedenen Personaldaten der heute 165 Angehörigen der Feuerwehr zusammenzuführen, diese zu aktualisieren und sämtliche Dokumente zu vereinheitlichen. «Der unerwartet grosse Aufwand war einmalig. Dieses Jahr gilt es
die Kursadministration noch zu verbessern. Danach sind wir administrativ hervorragend aufgestellt», erklärt Marcel Senn und ergänzt, «finanziell gesehen sind wir ebenfalls positiv unterwegs. Wir konnten das Budget trotz überdurchschnittlich vielen Einsätzen und administrativem Mehraufwand deutlich unterschreiten.»

670 Aktivitäten in einem Jahr

Dank dem Zusammenschluss der drei Feuerwehren kann sich heute eine Person vollamtlich um die administrativen Aufgaben kümmern. Früher waren die Stellenprozente auf die verschiedenen Gemeinden und Personen verteilt. «Die neue Organisation stärkt das Milizsystem und entlastet die Kompaniekommandanten», ist Marcel Senn überzeugt. Langweilig wird es den Feuerwehr-angehörigen wohl nie. Allein im Jahr 2021 verzeichnete die Feuerwehr Werdenberg Süd insgesamt 670 Aktivitäten. 90 davon waren Übungen und 171 waren Ernstfalleinsätze. Die restlichen Aktivitäten waren Pikettleistungen, Sitzungen, Kurse und dergleichen. Die Einsätze sind in der Zwischenzeit sehr vielseitig. Nebst der klassischen Brandbekämpfung gehören Hilfeleistungen bei Unfällen, Öl- und Wasserwehreinsätze, umgestürzte Bäume, Äste auf Verkehrsachsen, Chemiewehreinsätze und Liftrettungen bis hin zu Firstresponder-Einsätzen zu den vielfältigen Aufgaben der Feuerwehrangehörigen.

Fachwissen ist gefragt

Bei immer mehr Einsätzen ist Spezialwissen der Feuerwehrangehörigen gefragt. Die Spezialistenübungen wurden bereits vor dem Zusammenschluss der Feuerwehren gemeinsam durchgeführt. Genauso wie die Übungen des Ausbildungszugs. Also jenen Feuerwehrangehörigen,
die neu in den Feuerwehrdienst eingetreten sind. «Rückblickend betrachtet war dieses Vorgehen für das Zusammenwachsen ideal. Die Spezialisten und die neuen Feuerwehrangehörigen der drei Gemeinden kennen sich gegenseitig bereits sehr gut», freut sich Marcel Senn. Bei den anderen Feuerwehrangehörigen ist das Kennenlernen und der gesellschaftliche Teil im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Situation noch etwas zu kurz gekommen. «Wir konnten immerhin zwei Anlässe durchführen, an denen wir alle zusammen waren. Die Stärkung des Teamgedanken über die eigene Kompanie hinaus wird in diesem Jahr aber ein Schwerpunkt darstellen», sagt der Kommandant.

Investition in Infrastruktur notwendig

Ein Projekt, das den Feuerwehrkommandanten dieses und die kommenden Jahre beschäftigen wird, ist die Infrastrukturentwicklung. Wie bereits vor der Zusammenlegung der drei Feuerwehren kommuniziert wurde, besteht sowohl in Sevelen als auch in Buchs dringender Investitionsbedarf bei den Depots. Ziel ist es, die beiden Depotstandorte zu vereinen, mehr Platz zu schaffen und die Räumlichkeiten den heutigen Bedürfnissen anzupassen. «Heute sind über zehn Prozent unserer Feuerwehrangehörigen Frauen. Sanitäre Anlagen sowie getrennte Umkleidebereiche fehlen aber fast gänzlich. Dies entspricht nicht mehr den heutigen Standards. Hinzu kommt, dass sich die Abläufe von Dienstleistungen und Einsatzhygiene in den letzten Jahren stark verändert haben und sich die Platzsituation durch die enge Zusammenarbeit mit dem Zivilschutz zusätzlich verschärft», nennt
Marcel Senn einige von zahlreichen Gründen, die für einen Neubau sprechen. Mehr will er zum Projekt Depotneubau aktuell noch nicht sagen. Demnächst werde der Zweckverband Feuerwehr Werdenberg Süd über die Strategie und das geplante Vorgehen orientieren

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